Verena Munz ist Planungsingenieurin im Fachbereich Wasserbau bei Dorsch Engineers. Die TUM-Alumna gibt in der fünften Folge der Videoreihe „Zukunft gestalten – Ingenieurinnen berichten aus der Praxis" der TUM School of Engineering and Design (TU München) Einblick in ihren Berufsalltag, in dem Hochwasserschutz- und Wasserbau-Objektplanung ihren Mittelpunkt bilden.
Was Verena an ihrem Beruf schätzt, macht sie im Gespräch deutlich: In der Ingenieurarbeit zählt Kompetenz. „Es geht dann wirklich nur noch darum, was man kann. Und das ist total angenehm." Ihren Weg ins Umweltingenieurwesen beschreibt sie als bewusste Entscheidung für eine Fachrichtung, die naturwissenschaftliches Wissen mit dem Ziel verbindet, konkrete Probleme zu lösen, ein Ziel, das sich im Berufsalltag täglich zeigt.
Die Aufgaben, mit denen sie es bei Dorsch Engineers täglich zu tun hat, beginnen oft weit vor der eigentlichen Planung: Zunächst geht es darum, historische Hochwasserverläufe zu recherchieren und Grundlagendaten einzuholen, bevor verschiedene Fachplanungen zusammengeführt und koordiniert werden. Bei Bauvorhaben im Hochwasserschutz, also bei Deichen, Rückhaltebecken, Flutpoldern oder Pumpwerken, ist das Verständnis für vergangene Ereignisse die Voraussetzung für tragfähige Planungsentscheidungen.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Film am Hochwasserschutzprojekt an der Paar in Manching: Technische Schutzbauwerke müssen dort so in den Baubestand und die gewachsene Kulturlandschaft eingebunden werden, dass sie ihren Zweck erfüllen, ohne das Landschaftsbild zu dominieren.
Als ihr persönliches Traumprojekt nennt Verena den Sylvensteinspeicher im Isartal, eine der bedeutendsten Hochwasserschutzanlagen im Einzugsgebiet der Isar. Dass der Speicher München tatsächlich schützt, ist für sie keine abstrakte Aussage. „2013 zum Beispiel zuletzt. Da geht es dann wirklich darum, dass die U-Bahnhöfe volllaufen, dass das Wasser kurz unter Brückenunterkante steht." Solche Projekte machen deutlich, wie langfristig und konkret die Wirkung von Hochwasserschutzplanung ist.
Neben dem Hochwasserschutz ist der konstruktive Wasserbau an Binnenwasserstraßen ein weiteres zentrales Arbeitsfeld des Fachbereichs. Schleusen, Wehranlagen und Häfen, von denen viele Jahrzehnte alt sind, müssen saniert, modernisiert und wo nötig vollständig erneuert werden, damit der Verkehrsweg Wasser sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch funktionsfähig bleibt.
Verena spricht im Video auch über ihre Situation als Mutter im Ingenieurberuf und darüber, dass es in Führungspositionen im Wasserbau kaum weibliche Vorbilder gibt. Ihren Rat an junge Frauen fasst sie am Ende des Videos so zusammen: Erfahrungen aktiv suchen, Gelegenheiten nicht ausschlagen, alles mitnehmen, was geht.
Das vollständige Video sehen Sie hier. Es steht auch auf dem YouTube-Kanal der TU München zur Verfügung.
🔗 Zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=Viv0WMkl3LU